Offline Regranulieranlagen für thermoplastische Kunststoffe
Die Offline Regranulieranlage von SIKOPLAST ist eine vollständige Extrusionslinie für die Aufbereitung thermoplastischer Kunststoffabfälle zu hochwertigem Regranulat. Im Unterschied zum SIKOREX und zum HYBRID-System läuft die Aufbereitung unabhängig vom laufenden Produktionsprozess: Das Material wird vorzerkleinert, extrudiert und als Regranulat für die Weiterverarbeitung bereitgestellt.
Wer Produktionsabfälle aus thermoplastischen Kunststoffen aufbereiten will, steht oft vor einem konkreten Problem: Leichte, nicht rieselfähige Materialien wie Folien, Vliese oder Fasern lassen sich mit Standardanlagen kaum zuverlässig verarbeiten. Vorgeschaltete Verdichtungsstufen wie Agglomeratoren belasten das Material thermisch und oxidativ, bevor es den Extruder erreicht.
Das Lieferprogramm umfasst Standardsysteme mit Materialdurchsatzleistungen von 30 kg/h bis über 1.300 kg/h für alle thermoplastischen Kunststoffe. Je nach Material, Schüttdichte und Verarbeitungszielen sind Durchsatzleistungen von bis zu 1.800 kg/h möglich.
Das Herzstück der Anlage: konische Spezialschnecke im Extruder
Standardanlagen mit zylindrischen Schnecken sind auf rieselfähiges Granulat ausgelegt. Bei leichten, voluminösen Materialien versagt der Einzug. Vorverdichter wie Agglomeratoren oder Schneidverdichter müssen vorgeschaltet werden.
Der SIKOPLAST-Extruder erzeugt den notwendigen Druck mit der konischen Spezialschnecke selbst.
Was das in der Praxis bedeutet:
- Leichte, nicht rieselfähige Materialien wie Folien, Vliese, Fasern und Garne werden direkt verarbeitet. Eine vorgelagerte Verdichtungsstufe entfällt.
- Kein Agglomerator, kein Schneidverdichter: keine thermische oder oxidative Vorbelastung des Aufgabegutes
- Bedruckte und beschichtete Materialien können verarbeitet werden
- Geeignet auch für leicht feuchte und leicht verunreinigte Materialien
- Bei kritischen Materialien ergänzt eine Entgasungszone mit Vakuumpumpe den Prozess: Flüchtige Bestandteile werden aus der Schmelze extrahiert
- Das Aufschmelzen erfolgt unter Sauerstoffabschluss, ohne Oxidation und ohne Materialabbau durch Luftkontakt
- Die Schneckengeometrie wird auf Wunsch auf das spezifische Aufgabegut abgestimmt

Leistungsbereich und Materialspektrum

Das Lieferprogramm umfasst Standardsysteme mit Materialdurchsatzleistungen von 30 kg/h bis über 1.300 kg/h für alle thermoplastischen Kunststoffe. Die genaue Auslegung hängt vom Material, der Schüttdichte und den Verarbeitungszielen ab.
Verarbeitbare Materialien:
- Folien und Vliese (PE, PP und weitere Thermoplaste)
- Spritzgießteile, Profile, Rohre, Hohlkörper
- Fasern, Garne, Monofilamente
- Mahlgut und Anfahrklumpen
- Randbeschnitt und Ausschuss aus der kunststoffverarbeitenden Industrie
- Bedruckte und beschichtete Materialien
- Saubere Produktionsabfälle sowie leicht verunreinigte und feuchte Materialien
So funktioniert die Offline Regranulieranlage
- Vorzerkleinerung: Üblicherweise durch eine Schneidmühle.
- Pneumatischer Transport: Das vorzerkleinerte Aufgabegut wird per Gebläse in das Bunkersilo des Extruders transportiert.
- Gleichmäßige Beschickung: Ein im Bunkersilo integriertes Rührwerk stellt werkstoffunabhängig eine gleichmäßige Beschickung des Extruders sicher. Die Beschickung kann diskontinuierlich erfolgen und minimiert den Personalbedarf.
- Aufschmelzen: Im Extruder wird das Material unter Sauerstoffabschluss und ohne Oxidation schonend aufgeschmolzen.
- Filtration: Die Schmelze durchläuft den nachgelagerten Siebwechsler. Durch Integration von Schmelzefiltern erhöht sich der Materialreinheitsgrad.
- Granulierung: Im Granulierkopf wird die Schmelze zu Granulat verarbeitet und anschließend in einer Zentrifuge getrocknet.
- Abtransport: Das fertige Granulat wird per Gebläse in eine Big-Bag-Station, ein Silo oder einen Container transportiert.
Modularer Aufbau und Konfiguration
Die Offline Regranulieranlagen von SIKOPLAST sind modular konzipiert. Planung und Komponentenzusammenstellung werden auf die jeweilige Anwendung und die räumlichen Gegebenheiten abgestimmt.

Standardmäßiger Anlagenaufbau:
- Schneidmühle (1) zur Vorzerkleinerung des Aufgabegutes
- Gebläse (2) für den pneumatischen Transport in das Extrudersilo
- Extruder mit Bunkersilo (3): das Bunkersilo dient als Puffer und gewährleistet einen konstanten Materialdurchsatz
- Siebwechsler (4) zur Schmelzefiltration
- Granuliersystem (5): verfügbar als luftgekühltes oder wasserringbasiertes System sowie als Unterwassersystem
- Gebläse mit Absackstation (6) für den Abtransport des Granulats
Beschickungsoptionen: manuell durch den Anlagenbediener, pneumatisch durch eine Förderleitung, über ein Förderband oder vollautomatisch mit einem Rolleneinzug.
Auf Kundenwunsch können Dosierstationen für die Zumischung von Additiven und/oder Masterbatches integriert werden. Antriebe und Steuerungskomponenten stammen von deutschen Herstellern, darunter Siemens und Köllmann.
Offline-Regranulierung vs. Inline-Rückführung: der direkte Vergleich
Die Offline Regranulieranlage und die Inline-Systeme von SIKOPLAST (SIKOREX und HYBRID) lösen unterschiedliche Aufgaben. Die Wahl hängt von Produktionsprozess, Materialspektrum und Aufbereitungsziel ab.
| Kriterium | Offline Regranulieranlage | Inline-Systeme (SIKOREX / HYBRID) |
|---|---|---|
Prozessintegration | Unabhängig vom Produktionsprozess, eigenständiger Aufbereitungsschritt | Direkt in die laufende Produktion integriert |
Ausgabe | Regranulat für die Weiterverarbeitung | Schmelze, direkt zurück in den Produktionsextruder |
Materialspektrum | Alle Thermoplaste, breites Spektrum inkl. Spritzgießteile, Profile, Rohre | Speziell Vliese und PE/PP-Folien, Randstreifen, Rollenware |
Vorzerkleinerung | Schneidmühle erforderlich | Nicht erforderlich beim SIKOREX; Schneidmühle beim HYBRID |
Energieverbrauch | Höher, zwei Wärmestufen (Extrusion + erneutes Aufschmelzen beim Verarbeiter) | Rund 50 % geringer beim SIKOREX, da Granulierungsstufe entfällt |
Durchsatz | 30 bis über 1.300 kg/h | 30 bis 250 kg/h je Extruder |
Typische Zielanwendung | Universelle Kunststoffaufbereitung, breites Materialspektrum, flexible Beschickung | Vlies- und Folienproduktion mit kontinuierlichem Randstreifenrückführungsbedarf |
Vorteile der SIKOPLAST Offline Regranulieranlage im Überblick
Verarbeitung leichter, nicht rieselfähiger Materialien ohne Vorverdichtung, konstruktionsbedingt durch die konische Spezialschnecke
Kein Agglomerator notwendig: keine thermische oder oxidative Vorbelastung des Aufgabegutes
Schonendes, homogenes Aufschmelzen unter Sauerstoffabschluss
Leistungsbereich 30 bis 1.800 kg/h
Modularer Aufbau für flexible Positionierung und individuelle Komponentenzusammenstellung
Robuste, offene Bauweise erleichtert Bedienung, Zugänglichkeit und Wartung
FAQ
Warum benötigt die SIKOPLAST Regranulieranlage keinen Agglomerator?
Die konische Spezialschnecke im Extruder erzeugt im Einzugsbereich den Druck, der für leichte, nicht rieselfähige Materialien notwendig ist. Eine vorgelagerte Verdichtungsstufe entfällt dadurch konstruktionsbedingt, und mit ihr die thermische und oxidative Vorbelastung des Materials.
Für welche Materialien ist die Anlage geeignet?
Für alle gängigen thermoplastischen Kunststoffe: Folien, Vliese, Spritzgießteile, Profile, Rohre, Fasern, Garne, Mahlgut und Hohlkörper. Auch bedruckte, beschichtete sowie leicht feuchte und leicht verunreinigte Materialien können verarbeitet werden.
Welche Durchsatzleistungen sind möglich?
Das Lieferprogramm umfasst Standardsysteme mit Leistungen von 30 kg/h bis über 1.300 kg/h. Die genaue Auslegung hängt vom Material, der Schüttdichte und dem Verarbeitungsziel ab.
Wie wird die Anlage beschickt?
Die Beschickung kann manuell durch den Anlagenbediener, pneumatisch über eine Förderleitung, per Förderband oder vollautomatisch über einen Rolleneinzug erfolgen. Da die Beschickung diskontinuierlich möglich ist, wird der Personalbedarf im Bereich der Materialaufgabe reduziert.
Was passiert bei feuchten oder bedruckten Materialien?
Bei kritischen Materialien kann der Extruder mit einer Entgasungszone und Vakuumpumpe ausgestattet werden. Flüchtige Bestandteile werden dabei aus der Schmelze extrahiert, bevor sie die Granulatqualität beeinträchtigen.
Welche Angaben werden für eine Anfrage benötigt?
Material und Materialform, gewünschte Durchsatzleistung, Verschmutzungsgrad des Aufgabegutes, räumliche Gegebenheiten sowie das Aufbereitungsziel.
Jetzt Kontakt aufnehmen
Wenn Sie eine Offline Regranulieranlage suchen, die zu Ihrem Material, Ihrer Produktion und Ihrem Durchsatzziel passt, legen wir gemeinsam die passende Anlage aus, von der Schneckengeometrie bis zur Komponentenkombination.