SIKOPLAST Einschneckenextruder: Inline-Recycling ohne Granulierungsschritt
In der Vlies- und PE/PP-Folienproduktion entstehen kontinuierlich Randstreifen und Anfahrrollen. Wer diese Abfälle per Granulierung aufbereitet, durchläuft zwei Wärmestufen: eine für die Granulierung, eine für das erneute Aufschmelzen. Jede davon belastet das Material.
Der SIKOPLAST Einschneckenextruder (SIKOREX-Baureihe) überspringt diesen Zwischenschritt. Die Abfälle werden direkt als Schmelze in den Produktionsextruder rückgespeist, ganz ohne Granulierung und doppelte Wärmebelastung.
Konische Schnecke mit kurzem L/D-Verhältnis: Materialschonend und schnell wechselbereit

Der Einschneckenextruder arbeitet mit einer konischen Schnecke und einem kurzen L/D-Verhältnis. Diese Kombination hat zwei direkte Auswirkungen:
Kurze Verweilzeit: Das Material bleibt weniger lang im Extruder. Das reduziert den thermischen Stress, was besonders bei temperaturempfindlichen Vliesen mit hohem MFI-Anteil sowie bei 100-%-Meltblown-Material relevant ist.
Schnelle Material- und Farbwechsel: Das kurze L/D-Verhältnis in Kombination mit einer Spülbohrung macht den Wechsel zwischen Materialien und Farben schnell. Die Anlage muss dafür nicht gestoppt werden.
Für hydrophile oder wasserstrahlverfestigte Vliese steht eine modifizierte Ausführung zur Verfügung: verlängerte Schnecke (6 × L/D), Vakuumpumpe zur Entgasung und Schmelzepumpe zur exakten Rückführungssteuerung.
Einzug ohne Vorzerkleinerung: Randstreifen und Rollenware direkt verarbeitet

Der Einschneckenextruder verarbeitet Material direkt ab Einzug — ohne vorgelagerte Schneidmühle. Das ist konstruktiv möglich, weil die konische Schnecke leichte, nicht rieselfähige Materialien im Einzugsbereich sicher greift und verdichtet.
Zwei Einzugsvarianten stehen zur Verfügung:
- Inline-Einzug: Randstreifen werden bei Geschwindigkeiten von bis zu 375 m/min (höhere Werte auf Anfrage) direkt vom Vlieswickler eingezogen.
- Offline-Rolleneinzug: Beschädigte Rollen oder Anfahrrollen werden über einen separaten Rolleneinzug zugeführt, häufig in voller Breite
Beide Einzüge lassen sich parallel betreiben und werden unabhängig voneinander geregelt. Der Rolleneinzug gleicht Schwankungen im Materialfluss aus und hält die Rückführquote konstant.
Schmelze direkt in den Produktionsextruder: Was das technisch bedeutet
Das aufgeschmolzene Material gelangt über eine Schmelzeleitung direkt in den Produktionsextruder. Ein integriertes Rückschlagventil verhindert, dass Schmelze aus der Produktionslinie zurückfließt. Ein Drucksensor überwacht den Schmelzedruck kontinuierlich.
Eine optionale Schmelzedosierpumpe sorgt für eine exakt definierte Rückführquote, selbst bei wechselnden Durchsätzen in der Produktionsanlage. Zusätzlich lässt sich ein Siebwechsler zur Schmelzefiltration integrieren, während eine Spülbohrung oder eine automatische Anfahrweiche das Anfahren der Anlage erleichtert.
Technische Eckdaten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
Durchsatz | 30 – 250 kg/h je Extruder |
Einzugsgeschwindigkeit Randstreifen | bis zu 375 m/min (höhere Werte auf Anfrage) |
Schneckengeometrie | Konisch, kurzes L/D-Verhältnis |
Sonderausführung (hydrophile Vliese) | 6 × L/D, Vakuumpumpe, Schmelzepumpe |
Vorzerkleinerung | Nicht erforderlich |
Ausgabe | Schmelze (direkte Rückspeisung) |
Einbindung in die kundenseitige Produktionsanlage
Der Einschneckenextruder ist Kernkomponente der SIKOPLAST Extrusionsanlagen. Er bildet die Basis der SIKOREX-Linie für die direkte Randstreifenrückführung.
FAQ
Für welche Materialien ist der Einschneckenextruder ausgelegt?
Primär für die Vlies- und PE/PP-Folienindustrie: Randstreifen, Anfahrrollen und Rollenware aus PP, PE sowie Vliesen (SMS) mit hohem MFI — einschließlich 100-%-Meltblown-Material.
Warum entfällt die Granulierung?
Die Schmelze wird direkt aus dem Extruder in den Produktionsextruder eingespeist. Ein separater Granulierungsschritt ist nicht notwendig. Das spart eine vollständige Wärmestufe und reduziert den Energiebedarf im Vergleich zu Offline-Systemen.
Kann eine bestehende Linie nachgerüstet werden?
Ja. Der Einschneckenextruder lässt sich in vorhandene Produktionslinien integrieren. SIKOPLAST berät zur konkreten Einbindung.
Was wird für ein Angebot benötigt?
Material und Materialform, Einzugsgeschwindigkeit der Produktionslinie, gewünschte Rückführquote, räumliche Gegebenheiten sowie Information, ob Randstreifen, Rollenware oder beides verarbeitet werden soll.